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Illustration zum Ratgeber: Weihnachtsgeld berechnen und versteuern 2026

Weihnachtsgeld berechnen 2026: Was bleibt netto?

Das Weihnachtsgeld ist für viele Beschäftigte eine willkommene Zusatzeinnahme am Ende des Jahres. Doch wie wird das Weihnachtsgeld 2026 berechnet? Wie wird es versteuert? Und wie viel Netto bleibt wirklich übrig?


Was ist Weihnachtsgeld?

Weihnachtsgeld (auch Weihnachtsgratifikation; teils als 13. Monatsgehalt vereinbart) ist eine Sonderzahlung, die Arbeitnehmer:innen zusätzlich zum regulären Gehalt erhalten. Auf Weihnachtsgeld besteht kein gesetzlicher Anspruch; ein Anspruch kann sich aus Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung ergeben.

Arten des Weihnachtsgelds

ArtBeschreibung
Reguläres WeihnachtsgeldEin volles Monatsgehalt oder ein vereinbarter Pauschalbetrag
Erfolgsabhängiges WeihnachtsgeldHöhe hängt vom Unternehmenserfolg oder individuellen Zielen ab
Tarifliches WeihnachtsgeldDurch Tarifvertrag festgelegter Betrag

Weihnachtsgeld berechnen

Das Weihnachtsgeld wird meist als Prozentsatz des Monatsgehalts berechnet. Die gängigsten Formeln:

Welche Formel gilt, steht im Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Kein eigener Freibetrag

Für Weihnachtsgeld gibt es keinen eigenen Freibetrag. Es zählt zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. § 39b EStG regelt lediglich das Verfahren, mit dem der Arbeitgeber die Lohnsteuer darauf einbehält (siehe unten).


Besteuerung des Weihnachtsgelds

Weihnachtsgeld ist voll lohnsteuerpflichtig. Steuerlich ist es ein sonstiger Bezug, also kein laufender Arbeitslohn. Deshalb wird die Lohnsteuer nicht wie beim Monatsgehalt nach der Monatstabelle berechnet, sondern nach § 39b Abs. 3 EStG (Gesetzestext):

  1. Der Arbeitgeber ermittelt den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne das Weihnachtsgeld und die Jahreslohnsteuer darauf.
  2. Danach ermittelt er die Jahreslohnsteuer für denselben Jahresarbeitslohn einschließlich des Weihnachtsgelds.
  3. Die Differenz der beiden Beträge ist die Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld. Darauf kommen gegebenenfalls Solidaritätszuschlag (nur oberhalb der Freigrenze) und Kirchensteuer (8 oder 9 %, je nach Bundesland).

Weil das Weihnachtsgeld so dem übrigen Jahreslohn hinzugerechnet wird, wirkt der Progressionseffekt: Der Abzug auf das Weihnachtsgeld ist meist prozentual höher als beim normalen Monatsgehalt. Der Lohnsteuerabzug ist eine Vorauszahlung; die endgültige Steuer ergibt sich erst aus der Einkommensteuerveranlagung bzw. dem Lohnsteuer-Jahresausgleich.

Sozialversicherung

Weihnachtsgeld ist einmalig gezahltes Arbeitsentgelt (§ 23a SGB IV) und beitragspflichtig, soweit die Beitragsbemessungsgrenze noch nicht erreicht ist. Beitragssätze 2026:


Was bleibt vom Weihnachtsgeld netto?

Eine pauschale Netto-Quote für Weihnachtsgeld gibt es nicht. Vom Brutto-Weihnachtsgeld gehen ab:

Wie hoch diese Abzüge sind, hängt vom übrigen Jahresarbeitslohn, der Steuerklasse, der Kirchensteuerpflicht und der Krankenkasse ab. Den genauen Betrag weist Ihre Lohnabrechnung aus. Unser Brutto-Netto-Rechner zeigt Ihr laufendes Monatsnetto zur Orientierung; das Weihnachtsgeld als sonstigen Bezug bildet er nicht gesondert ab.


Weihnachtsgeld und Beitragsbemessungsgrenze

2026 gelten bundeseinheitlich folgende Beitragsbemessungsgrenzen: 8.450 Euro/Monat in der Renten- und Arbeitslosenversicherung und 5.812,50 Euro/Monat in der Kranken- und Pflegeversicherung (Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, BMAS). Überschreitet das Weihnachtsgeld zusammen mit dem regulären Gehalt die jeweilige Grenze, fallen in diesem Versicherungszweig auf den übersteigenden Betrag keine Beiträge an. Maßgeblich ist bei Einmalzahlungen die anteilige Jahres-Beitragsbemessungsgrenze vom Jahresbeginn bis zum Ende des Auszahlungsmonats, abzüglich des bereits verbeitragten Entgelts (§ 23a Abs. 3 SGB IV).


Weihnachtsgeld im Minijob

Auch Minijobber können Weihnachtsgeld erhalten, wenn es im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbart ist oder sich aus betrieblicher Übung ergibt. Dabei gilt die Minijob-Verdienstgrenze: 2026 im Jahresdurchschnitt höchstens 603 Euro im Monat bzw. 7.236 Euro im Jahr (Minijob-Zentrale). Weihnachtsgeld zählt zum Verdienst: Ist es vereinbart und damit vorhersehbar, wird es von Beginn an eingerechnet; liegt der Verdienst dadurch im Durchschnitt über der Grenze, liegt kein Minijob mehr vor. Mehr dazu im Ratgeber Minijob-Gehalt 2026.


Fazit

Weihnachtsgeld 2026 ist eine voll lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtige Sonderzahlung ohne eigenen Freibetrag. Der Arbeitgeber versteuert es als sonstigen Bezug nach § 39b Abs. 3 EStG; wie viel netto bleibt, hängt vom übrigen Jahreslohn, von der Steuerklasse und davon ab, ob die Beitragsbemessungsgrenze schon erreicht ist. Unser Brutto-Netto-Rechner zeigt Ihr laufendes Monatsnetto zur Orientierung; den genauen Abzug auf das Weihnachtsgeld weist Ihre Lohnabrechnung aus.


Quellen: § 39b EStG (Lohnsteuerabzug bei sonstigen Bezügen), § 23a SGB IV (einmalig gezahltes Arbeitsentgelt), Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, BMAS, Minijob-Zentrale (Verdienstgrenze 2026). Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Habe ich Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Auf Weihnachtsgeld besteht kein gesetzlicher Anspruch. Ein Anspruch kann sich aus Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung ergeben. Ob und in welcher Höhe gezahlt wird, steht deshalb in diesen Vereinbarungen.

Wie viel bleibt vom Weihnachtsgeld netto?

Das hängt vom übrigen Jahresarbeitslohn, der Steuerklasse, der Kirchensteuerpflicht und davon ab, ob die Beitragsbemessungsgrenze schon erreicht ist. Vom Brutto gehen die Lohnsteuer nach § 39b Abs. 3 EStG, ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung ab. Eine pauschale Netto-Quote gibt es nicht; den genauen Abzug weist die Lohnabrechnung aus.

Wann ist Weihnachtsgeld steuerpflichtig?

Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber ist immer lohnsteuerpflichtig. Es gibt keinen eigenen Freibetrag für Weihnachtsgeld. Steuerlich ist es ein sonstiger Bezug und wird zusammen mit dem übrigen Jahresarbeitslohn nach dem persönlichen Steuertarif besteuert.

Wie wird Weihnachtsgeld versteuert?

Der Arbeitgeber behandelt Weihnachtsgeld als sonstigen Bezug nach § 39b Abs. 3 EStG: Er ermittelt die Jahreslohnsteuer auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einmal ohne und einmal mit dem Weihnachtsgeld. Die Differenz wird als Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld einbehalten, dazu ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Muss Weihnachtsgeld in die Sozialversicherung einfließen?

Ja. Weihnachtsgeld ist einmalig gezahltes Arbeitsentgelt (§ 23a SGB IV) und in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung beitragspflichtig, soweit die anteilige Jahres-Beitragsbemessungsgrenze noch nicht ausgeschöpft ist.

Gibt es einen Sonderfreibetrag für Weihnachtsgeld?

Nein. Das Einkommensteuergesetz sieht keinen Freibetrag speziell für Weihnachtsgeld vor. § 39b EStG regelt nur, wie der Arbeitgeber die Lohnsteuer auf sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld einbehält.

Bekommen Minijobber Weihnachtsgeld?

Wenn es im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbart ist oder sich aus betrieblicher Übung ergibt, ja. Dabei gilt die Minijob-Verdienstgrenze: 2026 im Jahresdurchschnitt höchstens 603 Euro im Monat bzw. 7.236 Euro im Jahr (Minijob-Zentrale). Weihnachtsgeld zählt zum Verdienst: Ist es vereinbart und damit vorhersehbar, wird es von Beginn an eingerechnet; liegt der Verdienst dadurch im Durchschnitt über der Grenze, liegt kein Minijob mehr vor.

Was ist der Unterschied zwischen Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld?

Steuer- und sozialversicherungsrechtlich gibt es keinen Unterschied: Beides sind in der Regel sonstige Bezüge bzw. Einmalzahlungen, die voll lohnsteuer- und beitragspflichtig sind. Unterschiede gibt es nur bei Anlass und Höhe laut Arbeits- oder Tarifvertrag.

Wann wird das Weihnachtsgeld ausgezahlt?

Meist im November oder Dezember. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ab.

Was passiert mit dem Weihnachtsgeld bei Kündigung?

Das hängt vom Arbeits- oder Tarifvertrag ab, zum Beispiel davon, ob dort eine Stichtags- oder Rückzahlungsklausel vereinbart ist. Im Einzelfall hilft eine Rechtsberatung, etwa durch Gewerkschaft oder Fachanwalt.