Check dein Gehalt
Illustration zum Ratgeber: Arzt Gehalt 2026: Von Assistenzarzt bis Chefarzt

Arzt Gehalt 2026: Was verdienen Ärzte in Deutschland?

Ärzte gehören in Deutschland zu den Berufsgruppen mit den höchsten Gehältern – doch die Spanne ist groß. Diese Seite zeigt dir die Tarifgehälter nach dem TV-Ärzte/VKA (Marburger Bund, gültig ab 1. Juni 2026) und Werte aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) für ausgewählte ärztliche Berufe.


Arzt Gehalt nach Karrierestufe

Die Karriereleiter in der Medizin ist klar strukturiert: vom Assistenzarzt direkt nach dem Studium bis zum Chefarzt mit Leitungsverantwortung. In kommunalen Krankenhäusern richtet sich das Grundgehalt nach dem TV-Ärzte/VKA; andere Träger (Unikliniken, kirchliche und private Kliniken) haben eigene Tarifverträge oder Haustarife.

Karrierestufe (TV-Ärzte/VKA)Grundentgelt brutto/Monat
Ä1 – Arzt/Ärztin (Assistenzarzt)5.722 € (1. Jahr) bis 7.355 € (ab 6. Jahr)
Ä2 – Facharzt/Fachärztin7.552 € (1. Jahr) bis 9.699 € (ab 13. Jahr)
Ä3 – Oberarzt/Oberärztin9.460 € (1. Jahr) bis 10.811 € (ab 7. Jahr)
Ä4 – ständige Vertretung des Chefarztes11.128 € (1. Jahr) bis 11.923 € (ab 4. Jahr)
Chefarzt/-ärztinaußertariflich, kein Tarifwert

Quelle: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA, Marburger Bund, gültig 1. Juni bis 31. Dezember 2026, kommunale Krankenhäuser (bundesweit außer Berlin), 40 Std./Woche, Grundentgelt ohne Zulagen und Dienste. Werte auf volle Euro gerundet.

Assistenzarzt: Das Grundentgelt in Ä1 beginnt bei 5.722 € brutto im Monat und steigt mit jedem Jahr ärztlicher Tätigkeit. Hinzu kommen Entgelte für Bereitschaftsdienste sowie Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit, die den tatsächlichen Verdienst erheblich erhöhen können.

Facharzt: Mit der Facharztanerkennung folgt die Eingruppierung in Ä2 mit 7.552 € im ersten Jahr. Die Stufen richten sich nach den Jahren fachärztlicher Tätigkeit.

Oberarzt: Oberärzte mit übertragener medizinischer Verantwortung für Teil- oder Funktionsbereiche werden in Ä3 eingruppiert (9.460 € bis 10.811 €).

Chefarzt: Chefarztverträge sind außertariflich und individuell verhandelt; häufig kommen variable Bestandteile oder Einnahmen aus dem Liquidationsrecht hinzu. Im Entgeltatlas liegt der Median für Chefarzt/-ärztin über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2025: 8.050 €/Monat), ein genauer Wert wird nicht ausgewiesen.

Zum Vergleich der Entgeltatlas: Für Arzt/Ärztin (Uni) liegt der bundesweite Median bei 7.450 € brutto im Monat (P25: 6.348 €; das obere Viertel liegt über der Beitragsbemessungsgrenze), Vollzeit, Datenstand 2025. Dieser Wert umfasst angestellte Ärztinnen und Ärzte aller Stufen und Träger.


Arzt Gehalt nach Fachrichtung

Der Entgeltatlas weist Werte für einzelne Facharzt-Berufe aus. Bei vielen Fachrichtungen liegt der Median bereits über der Beitragsbemessungsgrenze – dann veröffentlicht die BA keinen genauen Wert.

Beruf (Entgeltatlas)Median brutto/Monat
Facharzt/-ärztin – Radiologieüber 8.050 €*
Facharzt/-ärztin – Allgemeinchirurgieüber 8.050 €*
Facharzt/-ärztin – Anästhesiologieüber 8.050 €*
Facharzt/-ärztin – Innere Medizinüber 8.050 €*
Facharzt/-ärztin – Arbeitsmedizinüber 8.050 €*
Facharzt/-ärztin – Hals-Nasen-Ohrenheilkunde7.959 €
Facharzt/-ärztin – Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie7.953 €
Facharzt/-ärztin – Kinder- und Jugendmedizin7.808 €
Facharzt/-ärztin – Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie6.152 €
Arzt/Ärztin (Uni), alle Fachrichtungen7.450 €

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025. Vollzeitbeschäftigte, sozialversicherungspflichtig, bundesweiter Median.

* Der Median liegt über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2025: 8.050 €/Monat). Die Beschäftigungsstatistik erfasst Entgelte nur bis zu dieser Grenze, daher weist die BA keinen genauen Wert aus.

Für weitere Fachrichtungen (z. B. Kardiologie, Gynäkologie, Allgemeinmedizin) weist der Entgeltatlas keinen eigenen Facharzt-Beruf aus; dort hilft der Blick auf den Tarifvertrag des jeweiligen Arbeitgebers.


Arzt Gehalt nach Bundesland

Die folgende Tabelle zeigt den Median nach Bundesland für den Beruf Arzt/Ärztin (Uni) (Vollzeit). Die Unterschiede sind bei Ärzten vergleichsweise gering, weil viele Klinikärzte nach bundesweit geltenden Tarifverträgen bezahlt werden.

BundeslandMedian brutto/Monat
Saarland7.689 €
Nordrhein-Westfalen7.664 €
Bremen7.636 €
Rheinland-Pfalz7.573 €
Hessen7.547 €
Baden-Württemberg7.470 €
Niedersachsen7.460 €
Thüringen7.384 €
Schleswig-Holstein7.336 €
Bayern7.329 €
Hamburg7.268 €
Sachsen7.257 €
Berlin7.223 €
Sachsen-Anhalt7.117 €
Brandenburg7.079 €
Mecklenburg-Vorpommern7.052 €

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025, Beruf Arzt/Ärztin (Uni). Bundesweiter Median: 7.450 €.

Zwischen dem höchsten (Saarland, 7.689 €) und dem niedrigsten Wert (Mecklenburg-Vorpommern, 7.052 €) liegen 637 € pro Monat. In Regionen mit Ärztemangel bieten einzelne Kliniken und Landkreise zusätzliche Anreize wie Umzugsprämien oder geförderten Wohnraum, die in diesen Zahlen nicht abgebildet sind.


Zulagen und Zusatzvergütungen

Das Grundgehalt ist bei Ärzten oft nur ein Teil des tatsächlichen Einkommens. Gerade im Klinikalltag machen Bereitschaftsdienste einen erheblichen Teil des Gesamtgehalts aus.

Entgeltgruppe (TV-Ärzte/VKA)Bereitschaftsdienstentgelt je Stunde (ab 1. Juni 2026)
Ä1 – Arzt/Ärztin36,86 € bis 39,66 €
Ä2 – Facharzt/Fachärztin43,83 € bis 46,64 €
Ä3 – Oberarzt/Oberärztin47,33 € bis 48,72 €
Ä4 – ständige Vertretung51,50 €

Quelle: Entgelttabellen und Bereitschaftsdienstentgelte TV-Ärzte/VKA, Marburger Bund, kommunale Krankenhäuser. Andere Tarifverträge weichen ab.

Rufbereitschaft sowie Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit regelt der jeweilige Tarifvertrag. Wer regelmäßig Dienste leistet, liegt deshalb oft deutlich über dem Grundentgelt – gleiche Grundgehälter können aber mit sehr unterschiedlichen Dienstbelastungen verbunden sein.

Faustregel: Je mehr Notaufnahme, OP und Akutversorgung eine Stelle beinhaltet, desto höher der Anteil der Dienstvergütung – und desto belastender die Arbeitszeiten.


Arzt Netto-Gehalt

Hohe Bruttogehälter werden durch Steuerprogression und Sozialabgaben spürbar reduziert. Hier eine Beispielrechnung mit unserem Brutto-Netto-Rechner (Stand 2026) für einen ledigen Arzt (Steuerklasse I, kinderlos, keine Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert) mit dem Entgeltatlas-Median von 7.450 € brutto im Monat:

PositionBetrag/Monat
Bruttogehalt7.450 €
Lohnsteuer–1.601 €
Solidaritätszuschlag0 € (unter der Freigrenze)
Rentenversicherung (9,3 %)–693 €
Krankenversicherung (8,75 % inkl. Ø-Zusatzbeitrag, bis zur Beitragsbemessungsgrenze)–509 €
Pflegeversicherung (2,4 %, kinderlos, bis zur Beitragsbemessungsgrenze)–140 €
Arbeitslosenversicherung (1,3 %)–97 €
Nettogehalt (ca.)ca. 4.411 €

Schätzwerte, Stand 2026, berechnet mit dem Brutto-Netto-Rechner dieser Seite (Lohnsteuer nach Programmablaufplan 2026, Beträge auf volle Euro gerundet, Rundungsdifferenzen möglich). Annahmen: Steuerklasse I, kinderlos, keine Kirchensteuer, Bundesland ohne Sonderregel (nicht Sachsen), gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 2,9 %, Geburtsjahr 1990 (keine Altersentlastung). Kranken- und Pflegeversicherung werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 €/Monat berechnet. Mit einem Kind sinkt der Pflegeversicherungsbeitrag auf 1,8 % (–105 €); das Netto liegt dann bei ca. 4.432 €. Individuelle Abweichungen je nach persönlicher Situation und Krankenkasse möglich.

Das Nettogehalt entspricht damit etwa 59 % des Bruttos. Ein Assistenzarzt im ersten Jahr (Ä1, 5.722 € brutto) kommt in derselben Konstellation auf ca. 3.492 € netto.

Hinweis zur privaten Krankenversicherung: Viele Ärzte sind privat krankenversichert. Das erhöht die monatliche Versicherungsprämie, spart aber die gesetzliche KV-Abgabe. Der Nettoeffekt hängt vom Versicherungsanbieter, Tarif und persönlichem Gesundheitsprofil ab. Angestellte Ärzte, deren regelmäßiges Jahresgehalt die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze 2026: 77.400 € brutto/Jahr bzw. 6.450 €/Monat) übersteigt, sind nicht mehr pflichtversichert und wechseln häufig in die PKV. Davon zu unterscheiden ist die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung (2026: 5.812,50 €/Monat): Sie legt nur fest, bis zu welchem Gehalt Beiträge berechnet werden (Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, BMAS).

Für deine individuelle Netto-Berechnung nutze unseren Gehaltsrechner.

Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.


Niedergelassener Arzt vs. Klinik – wer verdient mehr?

Die Frage, ob sich eine eigene Praxis oder die Anstellung im Krankenhaus finanziell mehr lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier sind die relevanten Unterschiede im Überblick:

KriteriumAngestellter KlinikarztNiedergelassener Arzt
EinkommensartFestgehalt + ZulagenÜberschuss aus Praxisbetrieb
EinkommenssicherheitHoch (Tarifvertrag)Variabel (abhängig von Patientenzahl, Kassenmix)
Typisches Jahreseinkommen (Facharzt)ca. 91.000–116.000 € Grundentgelt (Ä2 TV-Ärzte/VKA), zzgl. Dienstestark variabel (Praxisgewinn)
InvestitionsrisikoKeinsPraxisgründung/-kauf mit hohem Investitionsbedarf
RentenversorgungBerufsständisches Versorgungswerk (meist mit Befreiung von der GRV)Berufsständisches Versorgungswerk (Pflicht)
ArbeitszeitGeregelt (mit Mehrarbeit durch Dienste)Selbst bestimmt, aber oft hoch
LiquidationsrechtNur ChefärzteJa (eigene Abrechnung)

Klinik-Spalte: TV-Ärzte/VKA ab 1. Juni 2026, 12 Monatsentgelte. Übrige Angaben redaktionelle Orientierung, keine Entgeltatlas-Werte. Erhebliche individuelle Unterschiede je nach Fachrichtung, Standort und Praxisstruktur.

Niedergelassene Fachärzte in gut laufenden Praxen – insbesondere in Fachrichtungen mit hohem Privatpatientenanteil – können deutlich mehr verdienen als angestellte Kollegen. Gleichzeitig tragen sie das volle unternehmerische Risiko: Personalkosten, Miete, Geräteinvestitionen und Bürokratieaufwand fallen allein auf sie.

Angestellte Klinikärzte haben ein kalkulierbares Einkommen, Anspruch auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und klare Regelungen im Tarifvertrag. Dafür sind die Einkommensobergrenzen – außer auf Chefarztebene – enger gesetzt.


Häufige Fragen zum Arzt Gehalt

Was verdient ein Arzt im ersten Jahr nach dem Studium?

Im ersten Jahr als Assistenzarzt liegt das Grundentgelt nach TV-Ärzte/VKA (ab 1. Juni 2026) bei 5.722 € brutto monatlich. Hinzu kommen Entgelte für Bereitschaftsdienste und Zuschläge; das tatsächliche Einkommen hängt stark von der Anzahl und Art der geleisteten Dienste ab.

Wie lange dauert es, bis man als Facharzt anerkannt wird?

Die Facharztweiterbildung dauert je nach Fachrichtung in der Regel 5 bis 6 Jahre nach der Approbation; maßgeblich ist die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. Erst nach Anerkennung der Facharztbezeichnung durch die zuständige Landesärztekammer wird man offiziell in eine höhere Entgeltgruppe eingruppiert.

Verdient ein Arzt im öffentlichen Dienst weniger als in einer privaten Klinik?

Das lässt sich nicht pauschal sagen: Private Klinikketten haben eigene Tarifverträge oder Haustarife, die je nach Träger über oder unter dem TV-Ärzte/VKA der kommunalen Kliniken liegen können. Kommunale Arbeitgeber bieten zusätzlich Leistungen wie die betriebliche Altersvorsorge. Vergleiche deshalb immer Grundentgelt, Dienstvergütung und Zusatzleistungen gemeinsam.

Können Ärzte mit ihrem Gehalt in Deutschland gut leben?

Mit einem Bruttogehalt in Höhe des Entgeltatlas-Medians (7.450 €) bleiben in Steuerklasse I rund 4.411 € netto (siehe Beispielrechnung oben); damit ist ein komfortabler Lebensstandard auch in Großstädten mit hohen Mietkosten möglich. Assistenzärzte im ersten Weiterbildungsjahr – besonders in teuren Städten wie München oder Frankfurt – berichten dagegen von einer angespannten finanziellen Situation, wenn Miete, Studienkredit und Lebenshaltungskosten zusammenkommen.

Was bringt die Mitgliedschaft im Marburger Bund finanziell?

Der Marburger Bund ist die zuständige Ärztegewerkschaft und handelt die Tarifverträge (TV-Ärzte, TV-Ärzte/VKA) aus, die in kommunalen und universitären Kliniken gelten. Die Mitgliedschaft selbst erhöht das Gehalt nicht direkt – aber wer in einem tarifgebundenen Krankenhaus arbeitet, profitiert automatisch von den ausgehandelten Regelungen zu Grundgehalt, Zulagen und Arbeitszeit. Tarifgebundene Krankenhäuser zahlen in der Regel mehr als nicht-tarifgebundene.


Fazit

Das Arztgehalt in Deutschland ist eng mit der Karrierestufe verknüpft: Nach TV-Ärzte/VKA (ab 1. Juni 2026) starten Assistenzärzte mit 5.722 € brutto, Fachärzte mit 7.552 € und Oberärzte mit 9.460 €. Der Entgeltatlas weist für Arzt/Ärztin (Uni) einen Median von 7.450 € aus (Datenstand 2025); für Chefärzte und mehrere Facharzt-Berufe liegt der Median über der Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 €.

Entscheidend für das tatsächliche Einkommen sind neben der Karrierestufe auch die Fachrichtung, das Bundesland, die Trägerschaft der Klinik und der Umfang der geleisteten Bereitschaftsdienste. Wer die Wahl zwischen Klinik und Niederlassung hat, sollte neben dem Einkommen auch das unternehmerische Risiko und die Lebensqualität in die Entscheidung einbeziehen.

Weitere Informationen für Ärzte auf dieser Seite:

Häufige Fragen

Worum geht es in „Arzt Gehalt 2026: Von Assistenzarzt bis Chefarzt"?

Arzt Gehalt: Tarifgehälter TV-Ärzte/VKA 2026 vom Assistenzarzt bis zum Oberarzt, Entgeltatlas-Mediane der BA (Datenstand 2025) nach Fachrichtung und Bundesland, Netto-Beispiel.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Brutto ist das Gehalt vor Abzügen. Netto bleibt nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (falls anfallend), ggf. Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung). Die genaue Höhe hängt u. a. von Steuerklasse und Beitragssätzen ab.

Welche Steuerklasse gilt für mich?

Steuerklasse 1 gilt typischerweise für Ledige, Steuerklasse 2 für Alleinerziehende, Steuerklasse 3/5 bzw. 4 für Verheiratete je nach Einkommensverteilung, Steuerklasse 6 für einen weiteren Arbeitgeber. Die Zuordnung richtet sich nach dem Lohnsteuerabzugsverfahren; im Zweifel Auskunft beim Finanzamt oder der Lohnabrechnung einholen.