Krankenpfleger Gehalt 2026: Was verdient die Pflege?
Das Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen trägt eine enorme Verantwortung – doch spiegelt das Gehalt diese Leistung wider? Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über das Krankenpfleger-Gehalt: von den Medianwerten der Bundesagentur für Arbeit über Zulagen bis hin zu Tarifunterschieden nach Träger und Bundesland.
Datenquellen: Medianwerte aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025), Tarifwerte aus der TVöD-P-Tabelle ab 1. Mai 2026. Einzelne Werte können je nach Einrichtung, Region und Erfahrung abweichen.
Krankenpfleger Gehalt: Der Überblick
Laut Entgeltatlas liegt das Median-Bruttogehalt für den Beruf Krankenschwester/-pfleger bundesweit bei 4.587 Euro brutto pro Monat in Vollzeit. Mit über 338.000 Vollzeitbeschäftigten ist es einer der größten Fachkraftberufe in Deutschland.
| Kennzahl (Entgeltatlas) | Brutto/Monat |
|---|---|
| Unteres Viertel (P25) | 4.111 € |
| Median | 4.587 € |
| Oberes Viertel (P75) | 5.116 € |
| Median unter 25 Jahre | 4.288 € |
| Median ab 55 Jahre | 4.931 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025, Beruf Krankenschwester/-pfleger, Vollzeitbeschäftigte, bundesweit.
Das tatsächliche Einkommen hängt von mehreren Faktoren ab:
- Berufserfahrung und Qualifikation
- Einrichtungstyp (öffentlich, kirchlich, privat)
- Bundesland und Region
- Schichtzulagen und Sonderzahlungen
- Tarifbindung
Gehalt nach Erfahrung und Position
Je mehr Erfahrung und Verantwortung, desto höher das Gehalt – das gilt auch in der Pflege. Der Entgeltatlas weist für Spezialisierungen und Leitungsfunktionen eigene Berufe aus:
| Beruf (Entgeltatlas) | Median brutto/Monat |
|---|---|
| Schwestern-/Pflegediensthelfer/in | 3.596 € |
| Krankenschwester/-pfleger | 4.587 € |
| Fachkrankenpfleger/in | 5.057 € |
| Stationsleiter/in – Kranken-/Alten-/Kinderkrankenpflege | 5.845 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025. Vollzeitbeschäftigte, bundesweiter Median.
Im TVöD-P (Pflegetabelle des öffentlichen Dienstes) wird das Gehalt durch Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen geregelt. Examinierte Pflegefachkräfte werden in der Regel in P 7 oder P 8 eingruppiert; dort ist Stufe 2 die Eingangsstufe:
| Entgeltgruppe | Stufe 2 (Einstieg) | Stufe 4 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|
| P 7 | 3.510 € | 3.998 € | 4.305 € |
| P 8 | 3.701 € | 4.076 € | 4.489 € |
Quelle: TVöD-P, Tabelle ab 01.05.2026, gültig bis 31. März 2027, Vollzeit 39 Std./Woche, ohne Pflegezulage, Schicht- und Zeitzuschläge. Werte auf volle Euro gerundet.
Fachweiterbildungen – etwa zur Intensivpflege, Anästhesie oder Psychiatrie – können zu einer höheren Eingruppierung führen. Im Entgeltatlas liegen Fachkrankenpfleger/innen im Median rund 470 € über dem Wert für Krankenschwester/-pfleger.
Gehalt nach Bundesland
Das Gehalt variiert je nach Region. Die folgende Tabelle zeigt alle 16 Bundesländer für den Beruf Krankenschwester/-pfleger:
| Bundesland | Median brutto/Monat |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 4.784 € |
| Saarland | 4.768 € |
| Bremen | 4.708 € |
| Hessen | 4.667 € |
| Berlin | 4.655 € |
| Bayern | 4.632 € |
| Hamburg | 4.615 € |
| Nordrhein-Westfalen | 4.600 € |
| Rheinland-Pfalz | 4.599 € |
| Schleswig-Holstein | 4.577 € |
| Niedersachsen | 4.534 € |
| Thüringen | 4.380 € |
| Brandenburg | 4.362 € |
| Sachsen-Anhalt | 4.347 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 4.318 € |
| Sachsen | 4.290 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025, Beruf Krankenschwester/-pfleger. Vollzeitbeschäftigte, alle Trägerarten zusammengefasst. Bundesweiter Median: 4.587 €.
Zwischen Baden-Württemberg und Sachsen liegen 494 € pro Monat. Unter den Großstädten weist der Entgeltatlas für München (4.994 €) und Stuttgart (4.922 €) die höchsten Mediane aus.
Möchten Sie wissen, was bei Ihrem konkreten Bruttogehalt netto übrig bleibt? Nutzen Sie unseren Brutto-Netto-Rechner für eine individuelle Berechnung.
Zulagen in der Krankenpflege
Ein wesentlicher Teil des Gehalts in der Pflege kommt nicht über das Tabellenentgelt, sondern über Zulagen und Zuschläge. Diese sind im TVöD und in anderen Tarifverträgen geregelt.
| Zulagenart | Regelung |
|---|---|
| Pflegezulage | TVöD-P: 141,82 €/Monat ab 1. Mai 2026 |
| Nachtzuschlag | prozentualer Zuschlag je Stunde, Höhe nach Tarifvertrag |
| Sonntags- und Feiertagszuschlag | prozentualer Zuschlag je Stunde, Höhe nach Tarifvertrag |
| Schicht- und Wechselschichtzulage | monatlicher Betrag bei dauerhaftem (Wechsel-)Schichtdienst |
| Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft | Vergütung nach Tarifvertrag |
Pflegezulage: 141,82 € monatlich ab 01.05.2026 (§ 51a Abs. 5 TVöD BT-B), laut tarifvertrag-online.de, TVöD-P-Tabelle 2026. Genaue Zuschläge hängen von Tarifvertrag, Entgeltgruppe und Haustarif ab.
Wer regelmäßig Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste übernimmt, kann sein Einkommen über die Zuschläge spürbar erhöhen. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sind nach § 3b EStG bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei und teilweise beitragsfrei, was die Nettowirkung verstärkt.
Tarifvergleich: TVöD vs. kirchliche Träger vs. private Kliniken
Nicht alle Pflegekräfte arbeiten unter denselben tariflichen Bedingungen. Der Träger der Einrichtung entscheidet maßgeblich darüber, welcher Tarifvertrag gilt – oder ob überhaupt ein Tarifvertrag angewendet wird. Werte nach Trägerart weist der Entgeltatlas nicht aus.
| Trägerart | Tarifvertrag | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Öffentliche Krankenhäuser / Kommunen | TVöD-P | Stufenaufstiege, Jahressonderzahlung, Pflegezulage |
| Diakonie (evangelisch) | AVR Diakonie | oft am TVöD orientiert, teils Zusatzrente |
| Caritas / Bistümer (katholisch) | AVR Caritas | oft am TVöD orientiert, kirchliche Zusatzversorgung |
| Private Kliniken (ohne Haustarif) | individuell / kein Tarif | große Schwankungsbreite, weniger Planbarkeit |
| Privatkliniken mit Haustarif | Haustarifvertrag | abhängig vom Unternehmen |
Redaktionelle Einordnung, keine Entgeltatlas-Werte.
Fazit Tarifvergleich: Öffentliche und kirchliche Träger bieten in der Regel mehr Planungssicherheit und automatische Gehaltserhöhungen durch Stufenaufstiege. Private Einrichtungen ohne Tarifbindung können darunter liegen, bei Engpässen aber auch über Tarif zahlen, um Fachkräfte zu gewinnen.
Einen Überblick über Gehälter in verwandten Pflegeberufen finden Sie in unserer Berufsübersicht Pflege und Gesundheit.
Pflegereformen und Mindestlohn in der Pflege
Pflegereformen: Was hat sich geändert?
Die Reformen der vergangenen Jahre haben wichtige Änderungen für Pflegekräfte gebracht:
- Stärkung der akademischen Pflegeausbildung: Mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz wird das Pflegestudium vergütet und ausgebaut.
- Personaluntergrenzen: In bestimmten Krankenhausbereichen (z. B. Intensivstationen) gelten gesetzliche Pflegepersonaluntergrenzen (PpUGV), die die Arbeitsbelastung begrenzen sollen.
- Tarifbindung in der Altenpflege: Pflegeeinrichtungen müssen für eine Zulassung zur Versorgung mindestens auf Tarifniveau oder nach dem regional üblichen Entlohnungsniveau bezahlen.
Mindestlohn in der Pflege (7. PflegeArbbV)
In der Alten- bzw. Langzeitpflege und der ambulanten Pflege gilt ein gesonderter Pflegemindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegt. Für Krankenhäuser gilt er nicht.
Seit dem 1. Juli 2026 gelten folgende Pflegemindestlöhne:
- Pflegehilfskräfte: 16,52 €/Stunde
- Qualifizierte Pflegehilfskräfte (mind. 1-jährige Ausbildung): 17,80 €/Stunde
- Pflegefachkräfte: 21,03 €/Stunde
Quelle: Siebte Pflegearbeitsbedingungenverordnung (7. PflegeArbbV), § 2. Zum 1. Juli 2027 steigen die Beträge auf 16,95 €, 18,26 € und 21,58 €.
Diese Mindestlöhne gelten bundesweit einheitlich in Pflegebetrieben im Geltungsbereich der Verordnung. Sie stellen die Untergrenze dar; tarifgebundene Einrichtungen zahlen in aller Regel mehr.
Wege zu einem höheren Gehalt in der Pflege
Wer in der Krankenpflege mehr verdienen möchte, hat mehrere Möglichkeiten:
Fachweiterbildungen nutzen
Spezialisierungen werden im TVöD-P und bei kirchlichen Trägern häufig mit einer Höhergruppierung honoriert. Gefragte Fachweiterbildungen:
- Intensivpflege und Anästhesie (DKG-anerkannt)
- Onkologische Pflege
- Psychiatrische Pflege
- Nephrologie / Dialyse
- Notfallpflege
Leitungsfunktionen anstreben
Stationsleitungen, Pflegedienstleitungen und Funktionen im Qualitätsmanagement werden in der Regel besser vergütet – Stationsleiter/innen liegen im Entgeltatlas bei einem Median von 5.845 € – und bieten Aufstiegsperspektiven außerhalb des Schichtdienstes.
Tarifgebundene Arbeitgeber wählen
Wer bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber arbeitet, profitiert von automatischen Stufenaufstiegen, Jahressonderzahlungen und verbindlichen Zulagenregelungen. Ein Vergleich des konkreten Angebots mit der TVöD-P-Tabelle lohnt sich.
Teilzeit und Vollzeit strategisch nutzen
Da viele Zuschläge auf dem Stundenentgelt basieren, kann sich Vollzeitarbeit in Kombination mit regelmäßigen Nacht- und Wochenenddiensten finanziell lohnen.
Krankenpfleger Netto-Gehalt
Beispielrechnungen mit unserem Brutto-Netto-Rechner (Stand 2026; Steuerklasse I, kinderlos, keine Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert, ohne steuerfreie Zuschläge):
| Position | 3.510 € (TVöD P 7, Stufe 2) | 4.587 € (Entgeltatlas-Median) |
|---|---|---|
| Lohnsteuer | –408 € | –673 € |
| Solidaritätszuschlag | 0 € (unter der Freigrenze) | 0 € (unter der Freigrenze) |
| Rentenversicherung (9,3 %) | –326 € | –427 € |
| Krankenversicherung (8,75 % inkl. Ø-Zusatzbeitrag) | –307 € | –401 € |
| Pflegeversicherung (2,4 %, kinderlos) | –84 € | –110 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3 %) | –46 € | –60 € |
| Netto (ca.) | ca. 2.339 € | ca. 2.917 € |
Schätzwerte, Stand 2026, berechnet mit dem Brutto-Netto-Rechner dieser Seite (Lohnsteuer nach Programmablaufplan 2026, Beträge auf volle Euro gerundet, Rundungsdifferenzen möglich). Annahmen: Steuerklasse I, kinderlos, keine Kirchensteuer, Bundesland ohne Sonderregel (nicht Sachsen), gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 2,9 %, Geburtsjahr 1990 (keine Altersentlastung). Ohne steuerfreie Zuschläge. Mit einem Kind sinkt der Pflegeversicherungsbeitrag auf 1,8 %; beim Median liegt das Netto dann bei ca. 2.935 €.
Berechnen Sie Ihr persönliches Nettoeinkommen mit unserem Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Was verdient ein Krankenpfleger im Durchschnitt?
Der Median für den Beruf Krankenschwester/-pfleger liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) bei 4.587 Euro brutto pro Monat in Vollzeit. Das untere Viertel liegt bei 4.111 Euro, das obere bei 5.116 Euro. Fachkrankenpfleger/innen kommen auf 5.057 Euro, Stationsleitungen auf 5.845 Euro.
Wie viel mehr verdient man mit dem TVöD im Vergleich zu privaten Kliniken?
Das hängt vom Haus ab: Private Kliniken haben teils eigene Haustarife, teils keine Tarifbindung. Vergleichen Sie das Angebot mit der TVöD-P-Tabelle (P 7 ab 3.510 Euro, P 8 ab 3.701 Euro ab Mai 2026) und berücksichtigen Sie Jahressonderzahlung, Pflegezulage und Zuschläge.
Sind Nacht- und Feiertagszulagen steuerfrei?
Ja, teilweise. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sind gemäß § 3b EStG bis zu bestimmten Prozentsätzen des Grundlohns steuerfrei; in der Sozialversicherung gelten engere Grenzen. Konkrete Berechnungen hängen vom individuellen Lohn ab.
Welcher Pflegeberuf verdient am besten?
Innerhalb der Pflege verdienen spezialisierte Fachkräfte und Leitungskräfte am meisten. Im Entgeltatlas liegen etwa Leiter/innen von Altenpflegeeinrichtungen (6.651 Euro), Stationsleitungen (5.845 Euro) und Fachkrankenpfleger/innen (5.057 Euro) über dem Wert für Krankenschwester/-pfleger. Einen Vergleich verschiedener Pflegeberufe finden Sie in unserer Berufsübersicht.
Was hat sich 2026 beim Pflegemindestlohn geändert?
Zum 1. Juli 2026 ist der Pflegemindestlohn für Pflegefachkräfte auf 21,03 Euro pro Stunde gestiegen (7. PflegeArbbV). Zum 1. Juli 2027 folgt eine weitere Erhöhung auf 21,58 Euro.
Medianwerte: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025. Tarifwerte: TVöD-P, Tabelle ab 01.05.2026. Individuelle Abweichungen sind möglich.
Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.